Persönlich habe ich das Gefühl, dass wir uns alle in nächster Zeit mehr mit dem Thema “Glaubenskraft” beschäftigen sollten. Denn eines ist sicher, dass Krisen wie z.B. die Finanzkrise immer wieder kommen werden. Doch oft müssen wir nur ins nächste Zimmer unserer Wohnung gehen, um solche Krisen zu erleben.
Glaube ist nach der Bibel kein schwächliches aber oft nutzloses Fürwahrhalten. Glaube ist nach Hebräer 11,1 eine vorweggenommene Realität. So real, dass ein Innenzeugnis gleichsam einer Substanz in einem Menschen entsteht, das stärker ist als die äussere Sinneswahrnehmungen. Der Glaube ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. Das Sichtbare entsteht immer aus dem Unsichtbaren.
Ein solches Innenzeugnis hatte Moses als er kurz vor dem Auszug aus Ägypten zu den Israeliten sprach:
Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. Denn wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie niemals wiedersehen. 2. Mose 14,13
Es steht für Moses bereits fest:Die Ägypter werden nicht mehr das sein, was sie einmal dargestellt haben.
Doch wie entsteht Glaube. Hier ein Überblick:
- Sich angenommen fühlen: durch Annahme und Liebe. Glaube wird durch Liebe wirksam (Galater 5,6, siehe auch der verlorene Sohn)
- Wissen: durch das Wissen um die verliehene Autorität von Gott, dass wir zu Situationen, zu Dingen und zum Teufel sprechen dürfen (Lukas 10, der Feigenbaum, der daheimgebliebene Sohn)
- Hören: durch das Hören des Wortes Gottes
- Sprechen: durch das Sprechen des Wortes Gottes
- Bewahren: durch das Bewahren des Wortes Gottes in unserem Herzen
Wie können wir einen Glauben für bestimmte Situationen trainieren?
1. Machen Sie sich eine “eiserne Liste” mit 2 Bibelversen, was Gott über sie denkt (z.B. Gott hat mich bereits im Mutterleib geplant). Suchen Sie 2 weitere Bibelstellen, die etwas über ihre aktuelle Situation aussagen. ( z.B. Gott ist mein Versorger) Machen Sie bezüglich der Aussagen dieser Bibelstellen in keiner Situationen Kompromisse (etwa in der Art “Na ja, vielleicht will Gott mich ja doch bestrafen …”) Lernen Sie diese diese Bibelverse auswendig. Das besondere an Gottes Wort ist, dass ihm eine eigene Kraft innewohnt, die wir nicht erzeugen, sondern nur aktivieren oder ausbrüten müssen.
2. Verankern! sie diese Worte in ihren Gedanken und in ihrem Mund. Stellen Sie sich diese Worte in ihrer Phantasie vor. Spielen Sie damit. Malen Sie ein Bild dazu… Mit anderen Worten beschäftigen Sie sich unablässig auf unterschiedliche Art und Weise mit diesen Worten.
3. Sprechen Sie diese Worte mit Autorität zu den entsprechenden Alltagssituationen, gegen den Feind und auch zu Gegenständen. Immer wieder! Wenn Sie merken, dass ein Innenzeugnis entsteht, dann teilen sie dies auch in moderater Form anderen Menschen mit. Fragen Sie Gott bevor sie diese Autorität ergreifen, ob etwa nicht bereinigte Sünde sie noch in ihrer Autorität beeinträchtigt.
4. Hören Sie MP 3 Predigten zu dem Thema, dass sie beschäftigt. Nehmen sie diese Predigten überall hin mit ihrem Ipod oder MP3-Player mit. Oder sprechen Sie sich ihre Bibelverse auf eine Kassette. Oder …. Achten Sie darauf, dass sich das Gehörte mit Glauben verbindet! In Hebräer 4 wird klar beschrieben, dass die wunderbarsten Verheißungen Gottes zu überhaupt gar nichts nutze sind, wenn sie sich nicht mit Glauben verbinden.
5. Wenn es mal zischendurch “haarig” werden will, dann schauen Sie auf Jesus den Anfänger und Vollender des Glaubens. Konkret: Schauen Sie ihn im Gebet an und betrachten Sie das Leben Jesu in den Evangelien.
6. Fangen Sie an, sich entsprechend ihres Innenzeugnisses zu verhalten und wenn es Sinn macht, auch kleine praktische Schritte zu gehen. (z.B. einfach mal “Nein” sagen)
Machen wir es einmal noch praktischer: Vor ein paar Tagen hat Gott zu mir im Traum geredet: “Alles ist gut.” Wunderbar! Aber nur hilfreich, wenn ich dieses Wort mit Glauben verbinde und nicht alles in meinen Gedanken und Wahrnehmungen in den grauesten Farben beschreibe. – Ja, dies hat auch ein Stück weit mit Disziplin zu tun, was ich mir erlaube zu denken.
Was war ihr stärkstes Glaubenserlebnis in einer konkreten Situation in ihrem Leben? Auch jemand, der kein Christ ist kann übrigens Glauben für bestimmte Dinge haben. Glaube ist ein Grundzustand unseres Lebens. Auch über diese Geschichten würde ich mich freuen. Doch natürlich ist Glaube noch leichter, wenn wir den Autor des Wortes Gottes persönlich kennen lernen.
Günther, www.cafe-inunsererstrasse.de
Lesen Sie mehr: Alles ist gut
Hier eine eiserne Liste mit Gebetshilfen
Bild: SahrahC,pixelio.de
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