Überall leben wir in Beziehungsnetzwerken. In unserer Familie, im Beruf, in Gemeinden, Vereinen und auch im privaten Freundeskreis.
Die Fähigkeit, sich in Netzwerken zu bewegen, bestimmt ein gutes Stück unserer Lebensqualität. Letztlich geht es dabei um die Frage: Gelingt es uns, in diesen Netzwerken Gunst zu erlangen?
Gunst ist kein Produkt des Zufalls und wächst sicherlich nicht auf dem Boden von Minderwertigkeitsgefühlen. Vielmehr wird die richtige Einstellung und die daraus resultierenden Aktivitäten Gunst mit sich bringen. Das hat mitunter auch etwas mit den richtigen Techniken bzw. mit gesundem Menschenverstand zu tun.
“Gute Einsicht verschafft Gunst, aber der Weg der Treulosen ist ihr Unglück.” – Sprüche 13,15
Im folgenden acht Wege, wie wir mit Einsicht und gesundem Menschenverstand, Netzwerke knüpfen bzw. pflegen können.
1. Initiative ergreifen
Welche Kontakte bestehen bereits?
Wen kenne ich? Mit wem möchte ich in Kontakt kommen?
Wo treffe ich diese Menschen?
2. Aktiv zuhören lernen
Was bewegt den anderen wirklich?
Was erwartet der andere von mir?
Was sind seine Bedürfnisse?
3. Balance zwischen Geben und Nehmen finden
Was kann ich geben? (Vgl. Prediger 11)
Wo liegen meine Stärken, Ressourcen, Fähigkeiten?
Was sind meine Bedürfnisse? Was will ich?
4. Ein Spezialist werden und fachlich gute Einsicht beweisen.
In welchen Bereichen habe ich das Potential Expertenwissen weiterzugeben?
Welche Bereiche kann ich ausbauen?
5. Treu und verbindlich in Netzwerken sein
Wo halte ich Kontakte und wo habe ich sie abgebrochen?
Halte ich zu anderen auch in schweren Zeiten?
Kann ich Beziehungen, die auf Eis liegen wieder reaktivieren?
6. Genau auf die eigenen Worte achten
Drücke ich Wertschätzung und Ehre mit meinen Worten aus oder beweihräuchere ich mich selbst (z.b. indem ich andere herabsetze)? – Lesen Sie in diesem Zusammenhang folgende Bibelstelle: Die Worte aus dem Munde des Weisen bringen ihm Gunst; aber des Toren Lippen verschlingen ihn selber. (Prediger 10,12)
Doch noch viel mehr als mit den richtigen Techniken, hat Gunst etwas mit Gnade zu tun. Einer Gnade für die wir eben nichts l e i s t e n können. Wir können nichts weitergeben, was wir nicht haben. Wir können keine richtigen gedanklichen Einstellungen auf der Basis von suggestiven Vorstellungen aufbauen, die keinerlei Realitätsgehalt haben.
7. Die Quelle der Gunst kann nur bei Gott gefunden werden. Um sie zu erlangen, müssen wir nach ihr bei Gott suchen und um sie bitten. Echte Gunst kommt von Gott und macht uns frei. Sie schützt uns davor, in die Abhängigkeit von Menschen zu geraten.
- Wir bitten um Gunst wie Hannah: Lass deine Magd Gunst finden vor deinen Augen! (1Samuel 1,18)
- Gunst ist ein Gnadenerweis Gottes: Siehe doch, dein Knecht hat Gunst gefunden in deinen Augen, und du hast deine Gnade, die du an mir erwiesen hast, groß gemacht … (1Mose 19,19)
- Gott schenkt Gunst vor anderen Menschen: a. Der HERR aber war mit Josef und wandte sich ihm in Treue zu und gab ihm Gunst in den Augen des Obersten des Gefängnisses. (1Mose 39,21); – b. Auch will ich diesem Volk Gunst verschaffen bei den Ägyptern, dass, wenn ihr auszieht, ihr nicht leer auszieht. (2 Mose 3,21); – c. Aber der Knabe Samuel nahm immer mehr zu an Alter und Gunst bei dem HERRN und bei den Menschen. (1Samuel 2,26 )
- Gunst und Weisheit gehören zusammen und kommen von Gott: Gott rettete Joseph aus allen seinen Bedrängnissen und gab ihm Gunst und Weisheit vor Pharao, dem König von Ägypten; und er setzte ihn als Regenten über Ägypten und sein ganzes Haus ein. (Apg 7,10); – Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen. (Lukas 2,52)
8. Gunst darf nicht mit Menschengefälligkeit verwechselt werden
Wo mache ich mich noch zu stark von Menschen und zu wenig von Gott abhängig?
Wie kann ich diese unguten Anhängigkeiten auflösen, ohne Beziehungen und Menschen zu verletzen?
Vergleiche mit den biblischen Aussagen: Viele suchen die Gunst eines Herrschers, doch der Herr allein verschafft jedem Recht! (Sprüche 29,26); Wer einen Menschen zurechtweist, findet letztlich mehr Gunst als einer, der mit der Zunge schmeichelt. (Sprüche 28,2);
Menschenfurcht stellt eine Falle; wer aber auf den HERRN vertraut, ist in Sicherheit. (Sprüche 29,25)
Netzwerken, Kontakte knüpfen und pflegen hat auch etwas mit Fleiß und einer gewissen Planung zu tun. Gnade schließt Fleiß und Planen nicht aus, sondern bildet die verläßliche Grundlage dafür. “Gott ist ja mit mir!” Dieser Zusammenhang wird wunderschön in dem folgenden Vers ausgedrückt:
“Die Pläne des Fleißigen führen nur zum Gewinn; aber jeder, der hastig ist, erreicht nur Mangel.” – Sprüche 21,5
Wenn Jesus uns als Menschenfischer aussendet, dann müssen wir ausreichendes Wissen über unsere Netze bzw. Netzwerke haben. Wir brauchen auch eine Vorstellung, wo wir unsere Netzwerke bilden wollen. Nur dann können wir Menschen unsere Fähigkeiten, unser Expertenwissen und unsere verbindliche Zuneigung mitgeben.
Günther, www.cafe-inmeinerstrasse.de
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Bild: Stefanie Hofschlaeger, pixelio.de
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