Einer der erstaunlichsten Aussagen in der Bibel steht gleich auf der ersten Seite im Bericht über die Schöpfung. Gott sagt über sich in der Mehrzahl, dass er Menschen, die ihm entsprechen, erschaffen will:
Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. 1. Mose 1, 26,27
Wen meint Gott mit UNS ?
Die Antwort steht auf derselben Bibelseite. Uns ist: Gott, der Vater, der Geist Gottes und das Wort Gottes, nämlich Jesus. – Später lesen wir in der Bibel, dass eine Liebesbeziehung zwischen dem Vater, Jesus und dem Heiligen Geist besteht.
Auch wir als Menschen, die wir das Abbild Gottes sind, sind ähnlich beschaffen. Ein Mensch besteht aus Geist, Seele und Körper. Ein Mensch – verschiedene Ausprägungen. Dies kommt uns ganz natürlich vor. Ein Mensch hat eben unterschiedliche Anteile. Auch fällt es leicht zu akzeptieren, dass man Aspekte seines Wesen, z.B. den eigenen Körper, annehmen und lieben kann. Doch das Ebenbild Gottes zu sein, umfasst noch mehr.
Gott schafft den Mensch als Mann und Frau. Denn er weiß, dass es nicht gut ist als Mensch alleine zu sein. Er weckt den Wunsch nach Gemeinschaft und Beziehung in Adam regelrecht bevor er Eva erschafft, indem er Adam die unterschiedlichen Tierpärchen vor Augen führt, die Adam mit Namen benennen soll. Gott ist nicht nur weiblich und männlich. Viel mehr! Gott ist Beziehung! Beziehung ist sein innerstes Wesen.
Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre. 1 Mose 2, 18-20
Im Fortgang der Geschichte der ersten Menschen mit Gott sehen wir, wie Gott und seine beiden Geschöpfe in einer wunderschönen Liebesbeziehung sind. Eine Beziehung geprägt von Kommunikation, Angenommensein und Verstandensein.
Beim Sündenfall jedoch treffen Adam und Eva die grundsätzliche Entscheidung, außerhalb der Beziehung zu Gott, Erkenntnis über Gut und Böse zu finden. Erkenntnis über Gut und Böse ist eigentlich nützlich und hilfreich !! – Das Problem war nur, dass Adam und Eva dies außerhalb der Beziehung zu Gott suchten. Erkenntnis an Gott vorbei! Sie trennten und entfernten sich damit ein gutes Stück von Gott.
Die Konsequenzen werden sofort sichtbar:
* Adam versteckt sich vor Gott
* Die Kommunikation zwischen Menschen und Gott wird gestört.
* Mühsal, Schmerz und Tod fangen an, im Leben von Adam und Eva zu herrschen.
* Lieblosigkeit kommt in das Leben ihrer Familie.
* Die Gotteserkenntnis wird sehr vage.
* Das liebevolle Reden Gottes kann nicht mehr als solches erkannt werden.
Durch die gestörte Beziehung zu Gott entstehen für Adam und Eva Schwierigkeiten in ihrem Alltagsleben. Sie kommen unter das Joch ihrer eigenen Sünde. Ohne echte Gotteserkenntnis müssen die beiden mühevoll, Ihr Leben so leben, wie sie es eben gerade erkennen können. Die Konsequenz von Sünde ist also Mühe, Schmerzen und viel Irrtum. Auch Lieblosigkeit und Beziehungslosigkeit werden in ihrem Leben sichtbar.
Lieblosigkeit in der Familie und vage Gotteserkenntnis
Sehr anschaulich können wir dies an ihren Kindern, Kain und Abel, sehen. Die beiden Brüder haben kein gutes Verhältnis miteinander. Eifersucht und Zorn führen zwischen den beiden zur Zerrüttung der Beziehung. Die Folge ist, dass am Ende Abel durch seinen Bruder getötet wird. Grund der Eifersucht ist, dass Kain aufgrund mangelnder Gotteserkenntnis glaubt, Gott bevorzuge oder liebe Abel mehr als ihn selbst.
In deutlicher Konsequenz sehen wir zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte, die volle Konsequenz und Auswirkungen der Sünde oder der Beziehungslosigkeit zu Gott:
1. Kain verschließt die Augen vor Gott und will das Reden Gottes nicht wahrhaben.
2. Eifersucht, Zorn und schließlich sogar Mord zerstören eine Familienbeziehung.
Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist’s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.
Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. 1. Moses 4, 6-8
Um unsere Familienschwierigkeiten zu lösen, müssen wir diesen Anfang verstehen.
Die Bibel sagt klar, dass wir als Menschen seit dieser Zeit unter dem Joch der Beziehungslosigkeit und Sünde zu Gott leiden.
Da wir aber das Abbild Gottes sind, der selbst Liebe und Gemeinschaft ist, empfinden wir diesen Mangel, oft ohne es in Worte fassen zu können. Auch Gott als Beziehungswesen sehnt sich wieder in die ursprüngliche Gemeinschaft mit uns – mit dir und mir.
Der erste Schritt, deine Familienprobleme zu lösen, ist es, das Opfer, das Jesus zur Bezahlung unserer Sünden am Kreuz stellvertretend für uns erbracht hat, anzunehmen. Damit treten wir wieder in eine Beziehung zu Gott, die nicht mehr von Sünde gestört wird. In der Beziehung mit Gott werden wir dann wieder fähig, Mühe und Schmerzen vertrauensvoll abzugeben. Mühevoll wird es nämlich immer dann, wenn wir an Gott vorbei versuchen, Dinge zu erkennen, die gut für uns sind. In der Beziehung mit Gott werden wir fähig, wirklich zu erkennen, wie wir unser Leben mit unserem Partner gestalten sollen.
Gehe auf Gott zu und sprich mit ihm, um seine Vergebung zu empfangen! Gute Beziehungen sind heilsam. Dies gilt sowohl für Beziehungen mit Menschen als auch für unsere Beziehung mit Gott.
Schreibt mir eure Erfahrungen, wie ihr Ehekrisen gemeistert habt.
Wer Gebet zu diesem Thema braucht, kann sich gerne an mich wenden.
Günther, Cafe Inmeinerstrase
Bild: Ralf van Melis, © pixelio.de
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