Cafe-Coach

Günther aus Berlin. Hier ein Lied, das ich gerne zum Entspannen höre.

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5 responses to “Das hätte ich einem Christen nie zugetraut …”

  1. Noga

    Ich überlege seit Tagen, ob ich (Nichtchrist) diesen Beitrag kommentiere. Ich habe in meinem Leben reichlich mit “Christen” zu tun gehabt. Und wenn ich das mit Anführungszeichen schreibe, dann meine ich nicht die Leute, die per Kindertaufe zu Kirchenmitgliedern gemacht wurden, sondern die von der bekennenden Fraktion (evangelikal, charistmatisch, pietistisch etc.).

    Der Anteil an moralisch fragwürdigen Verhaltensweisen – wie die oben beschriebenen – scheint mir unter bekennenden Christen weiter verbreitet zu sein als unter Otto Normalverbraucher – oder anders gesagt: Unter meinen atheistischen Bekannten finde ich im Schnitt in deren Lebensführung höhere ethische Standards realisiert als unter “bekennenden Christen”.

    Da möchte ich dann gar nicht so genau wissen, was Leute erleben, die sich in ihrem Leben überwiegend in diesen Kreisen bewegen.

  2. Noga

    Ja klar – erwartet man mehr, nämlich daß die Leute sich nach den Standards verhalten, die sie selber proklamieren.

    Ich denke da an den (noch) Berliner Bischof Wolfgang Huber – zugleich Ratsvorsitzender der EKD. Vor einigen Tagen war er wegen eines Prozesses um die Sonntagsöffnungszeiten in Karlsruhe, worüber ausführlich im Tagesspiegel berichtet wurde.

    Ich bin auch dafür, daß der Sonntag ein freier Tag ist und bleibt für möglichst viele Menschen. Das finde ich ein kulturelles Gut – unabhängig vom religiös-weltanschaulichen Standort.

    Eine gute Bekannte von mir wohnt in Sichtweite der Marienkirche, die ja die Bischofskirche von Bischof Huber ist. Von just dieser Kirche wurde jahrelang der Turm renoviert besser gesagt: Die ganze Woche passierte meist so gut wie gar nichts, aber am Sonntagnachmittag waren regelmäßig Renovierungsaktivitäten ausländischer Bauarbeiter zu beobachten.

    Bischof Huber, der überall gegen Sonntagsarbeit auftritt, ob in Predigten oder in der Berliner Abendschau, wurde mehrmals darauf hingewiesen, was sich sonntags an der Marienkirche tut. Geändert hat sich nichts.

    Ich erwarte von jemand, der sich öffentlich für bestimmte Verhaltensweisen einsetzt, daß er die erst einmal in dem Bereich praktiziert, für den er verantwortlich ist, erst recht in leitender Position.

    Meine Bekannte spricht mehrere osteuropäische Sprachen und hat sich mit den Bauarbeitern über ihre Entlohnung und über ihre Lebensbedingungen unterhalten. Ich sage nur, daß ich darauf hier an dieser Stelle nicht eingehe, denn das würde dem Ganzen noch die Krone aufsetzen. Bischof Huber war nämlich vor dem Antritt seines Bischofsamtes Professor für Sozialethik. Und eine Institution wie die EKD, die sich auch zu sozialethischen Fragen äußert, sollte da erst einmal selber Standards setzen.

  3. Sandra

    Ich halte mich an den Satz von Jesus: “An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.” Christen sollen sich dieser Welt nicht gleichstellen, auch nicht versuchen selbst Heiliger Geist zu spielen ;) Gott legt einen besonders hohen Wert auf Charakter und jedes gesprochene Wort wird bei ihm tatsächlich wie Gold gewogen. Wir werden alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen müssen, jetzt ist noch Zeit Buße zu tun, sowie von vielen verschiedenen Lehren umzukehren und sich alleine an die Bibel zu halten.

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