.Denksport-Aufgabe: Haben Sie eine Antwort auf .das Rätsel dieses Artikels?! Ich gehe davon aus, dass das .Wort Gottes in jeder Generation neue spannende Ausdrucksformen und Nutzanwendungen hat. Nicht das Wort Gottes und seine Aussagen ändern sich, sondern die Gesellschaft um uns herum. Das Kraftvolle und Wunderbare in Gottes Wort liegt darin, dass es dennoch immer wieder neu aktuell ist. Diese Aktualität würde ich gerne mit ihnen zusammen in der Geschichte von Joseph aus Ägypten für unsere Zeit entdecken. Die Rätselfrage lautet: Können wir etwas von Josephs Kornverteilungssystem auf unsere Zeit oder unser Leben übertragen?
Joseph legt dem Pharao einen Traum aus. Es ist die bekannte Geschichte, dass Joseph im Traum erkennen kann, dass nach sieben Jahren mit überdurchschnittlichen Getreideernten und mit Überfluss an Tieren sieben magere Jahre folgen werden, die von Hunger und Mangel geprägt sein werden.
Doch nicht alleine die richtige Auslegung des Traums und die Voraussicht Josephs ist faszinierend. Das wirklich Faszinierende ist, dass Josef nicht dabei stehen bleibt, sondern im nächsten Moment dem Pharao einen konkreten Handlungsplan ausbreitet, was in der realen Welt zu tun ist. – Dies ist übrigens, hier nur am Rande, der einzig richtige Umgang auch mit unseren eigenen Träumen.
Und nun sehe der Pharao nach einem verständigen und weisen Mann und setze ihn über das Land Ägypten. Dies tue der Pharao, dass er Aufseher über das Land bestelle und den Fünften vom Land Ägypten erhebe in den sieben Jahren des Überflusses. Und sie sollen alle Nahrungsmittel dieser kommenden guten Jahre einsammeln und unter der Obhut des Pharao Getreide aufspeichern als Nahrungsmittel in den Städten und es dort aufbewahren. 3So soll die eingesammelte Nahrung zum Vorrat für das Land dienen für die sieben Jahre der Hungersnot, die im Land Ägypten sein werden, damit das Land durch die Hungersnot nicht zugrunde geht. 1. Mose 41, 33-36
Der Pharao beauftragt Joseph damit, die Ausführung dieser Handlungsstrategie selbst als Hauptverantwortlicher zu übernehmen und Vorratsspeicher anzulegen und zu organisieren.
In den sieben Jahren der Hungersnot verschenkt Joseph allerdings die eingesammelten Vorräte nicht einfach so an die Bevölkerung, sondern verteilt sie nach einem bestimmten System. In diesem System liegt das Rätsel vorborgen.
Es ist ein Umtausch- und ein Kreislaufsystem. Joseph tauscht das Getreide gegen Geld, Herden und Land ein. Am Ende dieses Prozesses, nach mehreren Jahren Hungersnot, gibt er den Menschen Getreide als Saatgut und setzt fest, dass ein Fünftel des Ertrags wieder an den Pharao abgegeben werden müssen. Die Menschen sind Joseph für seine Vorgehensweise sehr dankbar und sagen zu ihm, dass er sie am Leben erhalten hat.
Das Rätsel lautet nun: Gibt es Anleihen aus diesem Kreislaufsystem, das wir für unsere Zeit und für unser Leben entdecken können?
Lesen Sie die Geschichte aus 1. Mose 47 dazu im Anhang selbst durch. Daneben finden sie dort noch zwei weitere Berichte, um ihre Phantasie und Kreativität beim Lösen des Rätsels anzuregen.
Schreiben Sie uns, ob sie Ideen haben, wie wir dieses Rätsel des Wortes Gottes für unsere heutige Zeit und unser persönliches Leben lösen können! Ist dieses Vorgehen Josephs überhaupt als von Gott anzusehen? info@inmeinerstrasse.de
Bild: Rainer Gegensleben, pixelio.de
Anhang
1. Korngiro im alten Ägypten
Verrechnungssystem mit Korn
In Ägypten gab es bereits ein ausgedehntes Verrechnungssystem mit einem Korngiro-System. Bauern konnten ihr Korn an staatliche Lagerhäuser zur Aufbewahrung liefern und erhielten dafür eine Gutschrift. Mit dieser Gutschrift konnten unterschiedliche Geschäfte getätigt werden.
Korn als Komplementärwährung
Das Getreidemaß war dabei die Tauschrechnungseinheit. Für die Speicherung des Korns wurden Gebühren erhoben. Bauern konnten so das Korn zu einem im Marktgeschehen geeigneten Zeitpunkt verkaufen, waren aber auch durch den natürlichen Verfall des Getreides gezwungen ihr Guthaben in Umlauf zu bringen.
Negative Verzinsung
Dies wirkte sich als eine Art „negativer Verzinszung“ aus. Ein wesentlicher Vorteil des Korngiros war es, dass das eingesetzte „Kapital“ in Umlauf gehalten werden musste und ein Zurückhalten unmöglich war und somit kein leistungsloses Einkommen realisiert werden konnte.
2. Das Wirtschaftswunder von Wörgl
„Arbeitsbestätigungsscheinen” als Zahlungsmittel
Im Jahr 1932 wurden mitten in einer schweren wirtschaftlichen und finanziellen Krise in der Gemeinde Wörgl in Österreich „Arbeitsbestätigungsscheinen” als Zahlungsmittel mit unterschiedlichen Nennwerten eingeführt.
Nutzungsgebühr auf Komplementärwährung als Erfolgsfaktor
Dadurch konnten bereits kurz darauf vorher nicht realisierbare Bauvorhaben umgesetzt werden. Die Arbeiter wurden mit Arbeitsbestätigungsscheinen entlohnt, auf die beim Rücktausch in Schillinge eine zweiprozentige Nutzungsgebühr erhoben wurde. Dadurch sank die Arbeitslosigkeit entgegen dem damaligen Trend in Österreich innerhalb eines Jahres dramatisch.
Erhöhte Umlaufgeschwindigkeit
Wesentlicher Grund für den Erfolg des Tauschgeldes war die erhöhte Umlaufgeschwindigkeit, die normalerweise durch das Zurückhalten von Geld in Krisensituationen eher zurückgeht.
2. Das Verwaltungssystem Josephs in 1. Mose 47, 13-26
Josefs Verwaltung des Landes Ägypten
13 Und es gab kein Brot im ganzen Land, denn die Hungersnot war sehr schwer; und das Land Ägypten und das Land Kanaan verschmachteten vor Hunger. 14 Und Josef brachte alles Geld zusammen, das sich im Land Ägypten und im Land Kanaan vorfand, für das Getreide, das man kaufte. Und Josef brachte das Geld in das Haus des Pharao. 15 Und als das Geld im Land Ägypten und im Land Kanaan ausging, da kamen alle Ägypter zu Josef und sagten: Bring uns Brot her! Warum sollen wir denn vor dir sterben? Denn das Geld ist zu Ende. 16 Da sagte Josef: Bringt euer Vieh her! Dann gebe ich euch Brot für euer Vieh, wenn das Geld zu Ende ist. 17 Da brachten sie ihr Vieh zu Josef, und Josef gab ihnen Brot für die Pferde und für die Schafherden und für die Rinderherden und für die Esel; und so versorgte er sie4 mit Brot für all ihr Vieh in jenem Jahr. 18 Als jenes Jahr zu Ende war, da kamen sie im zweiten Jahr zu ihm und sagten zu ihm: Wir wollen es meinem Herrn nicht verschweigen, dass das Geld ausgegangen ist, und die Viehherden sind5 bei meinem Herrn. Nichts ist vor meinem Herrn übrig geblieben als nur unser Leib und unser Land. 19 Warum sollen wir vor deinen Augen sterben, sowohl wir als auch unser Land? Kaufe uns und unser Land für Brot, dann wollen wir und unser Land dem Pharao fronpflichtig sein; und gib Samen, dass wir leben und nicht sterben und das Land nicht verödet daliegt! 20 Da kaufte Josef das ganze Land Ägypten für den Pharao; denn die Ägypter verkauften jeder sein Feld, weil die Hungersnot schwer auf ihnen lag. Und so kam das Land an den Pharao. 21 Und das Volk, das versetzte er in die verschiedenen Städte6, von einem Ende der Grenze Ägyptens bis zu ihrem anderen Ende. 22 Nur das Land der Priester kaufte er nicht, denn die Priester hatten ein festgesetztes Einkommen7 vom Pharao, und sie lebten von ihrem festgesetzten Einkommen8, das der Pharao ihnen gab; deshalb verkauften sie ihr Land nicht. 23 Und Josef sagte zum Volk: Siehe, ich habe euch und euer Land heute für den Pharao gekauft. Da habt ihr Samen! Besät nun das Land! 24 Und es soll beim Ernten geschehen, dass ihr9 den Fünften dem Pharao gebt; die vier Teile aber sollen für euch sein zum Besäen des Feldes und zur Nahrung für euch und für die, die in euren Häusern sind, und zur Nahrung für eure Kinder. 25 Da sagten sie: Du hast uns am Leben erhalten; finden wir Gunst in den Augen meines Herrn, dann wollen wir Knechte des Pharao sein. 26 Und Josef legte es dem Land Ägypten bis zu diesem Tag als Ordnung auf, dass dem Pharao der Fünfte gehöre. Nur das Land der Priester allein kam nicht an den Pharao.
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