Ehekrisen: Hilfe, wie kommen wir wieder heraus?
Sie gelten als gefährlich, bösartig und zerstörerisch. Deshalb meidet man sie besser. Versucht so lange herum zu reden wie es nur geht. Hofft, dass es sich schon von alleine regeln wird. Oder auch anders herum: Man rastet lieber gleich aus, zur Einschüchterung, bevor alles an die Oberfläche kommt. Die Rede ist von Konflikten und Krisen.
Mit Krisen umzugehen ist sicherlich unangenehm, denn Emotionen sind im Spiel. Gleichzeitig sind Konflikte unberechenbar. Trotzdem: Konflikte sind nicht an sich gefährlich, bösartig oder zerstörerisch. Sie werden es nur, wenn Konflikte nicht an- oder ausgesprochen werden. Denn dann sind Konflikte in der Tat gefährliche Zeitbomben. Jederzeit in Gefahr zu explodieren und eine gewaltige Wucht der Zerstörung zu hinterlassen.
Konflikte haben viele Gesichter. Belässt man sie, haben sie alle ein Ziel: Zerstörte Beziehungen. Sie anzugehen kostet Mut, Kraft und Zeit. Gehen Sie Konflikte und Krisen an, gewinnen Sie alles. In jeder Beziehung! – Im wahrsten Sinne des Wortes.Konflikte haben viele Gesichter. Belässt man sie, haben sie alle ein Ziel: Zerstörte Beziehungen. Sie anzugehen kostet Mut, Kraft und Zeit. Gehen Sie Konflikte und Krisen an, gewinnen Sie alles. In jeder Beziehung! – Im wahrsten Sinne des Wortes.
Hier stelle ich Ihnen 3 Schritte für den Umgang mit Konflikten und Krisen vor:
1. Nehmen Sie für sich eine gemeinsame Zeit von einer Stunde in der Woche
2. Sagen Sie, was Sie sich wünschen und was Sie empfinden
3. Lernen Sie eine andere Sprache sprechen
Planen Sie nur für sich eine Stunde Zeit in der Woche ein. Stellen Sie das Telefon ab. Geben Sie Ihre Kinder der Oma oder bestellen Sie einen Babysitter. Nichts darf Sie in dieser Stunde stören oder ablenken (also auch Handy aus). In dieser Stunde erzählen Sie nur von sich. Nicht über das was Sie in den Tagen unternommen haben oder was im Geschäft gelaufen ist. Erzählen Sie von sich. Was sehen Sie? Wie sehen Sie Ihre Beziehung? Was empfinden Sie? Was ist Ihnen wichtig? Welche Träume haben Sie? Und: Nur einer redet! 10 – 15 Minuten lang. Keiner redet dazwischen. Einwände, (vermeintliche) Korrekturen und auch Verteidigungen sind verboten. Nachfragen ist nur in diesem Sinn erlaubt, dass Sie Ihren Partner richtig verstanden haben. Nach diesen 10 – 15 Minuten wechseln Sie einander ab. Jetzt redet der andere – ohne unterbrochen zu werden. Sie wechseln sich so lange ab bis die Stunde voll ist.
Jedes Paar lebt in einer doppelten Wirklichkeit. In der eigenen und in der des Partners. Konflikte entstehen, wenn eigene Erwartungen nicht erfüllt werden. Sie entstehen aber auch, wenn die eigene Wirklichkeit dem Partner überstülpt werden will.
Die eigene Wirklichkeit ist nicht mit der Wahrheit gleichzusetzen. Jeder Mensch hat eigene Bedürfnisse, eigene Wünsche und eigene Empfindungen. Wenn Sie Ihre Bedürfnisse und auch Vorstellungen nicht aussprechen, wird Ihr Partner nichts davon wissen können. Er wird keine Chance dafür erhalten Sie zu verstehen. Gedanken kann niemand lesen. Frisch verliebte Paare scheinen nur deshalb in der Lage zu sein, Gedanken zu lesen, weil sie einander zugewandt sind. Das heißt: Sie erzählen sich alles, und damit auch ihre Wünsche, Bedürfnisse und Empfindungen.
Lernen Sie eine andere Sprache sprechen. Wenn Sie von sich erzählen, dann nur von sich. Beschuldigen Sie niemanden. Schildern Sie wie Sie Dinge, die Sie stören, sehen oder empfinden. Was macht es mit Ihnen? Und wie hätten Sie es gerne anders? Hilfreich ist es, wenn Sie stets versuchen bei einer Schilderung zu erklären wie Sie sich dabei fühlen. Denn damit erklären Sie Ihrem Partner Ihre Sicht. Gleichzeitig erhält er einen Einblick in Ihre Wirklichkeit. Eventuell haben Sie bisher Ähnliches gesagt: „Du rufst nie an, wenn es später wird. Du machst eh nur was du willst.“ Ihr Partner fühlt sich hier angegriffen und wird sich verteidigen wollen – erst mal aus Reflex. Jeder reagiert zunächst mit Verteidigung. Wie aber klingt nun das? „Du rufst nie an, wenn es später wird. Ich mache mir dabei Sorgen, und ich bekomme dann immer das Gefühl ich bin dir egal.“ Ihr Partner bekommt nun die Erklärung, was in Ihnen tatsächlich vorgeht. Er erhält die Chance Sie zu verstehen.
Die erste Zeit für solche zugewandte Gespräche ist sehr wahrscheinlich schwierig. Geben Sie aber trotzdem nicht auf. Erinnern Sie sich daran, wie lange an Ihrem Berufsleben gebraucht haben, oder wie oft Sie sich bei Ihren Kindern wiederholen müssen bis es klappt. Bei akuten Krisen sollten Sie dringendst einen Eheberater bzw. Paar-Coach holen.
Gastbeitrag im Cafe Inmeinerstrasse.de von Peter Varsek
Zur Person: Peter Varsek, führt Menschen (wieder) zusammen – beruflich und privat. Persönlich sieht er sich als Beziehungs-Trainer. Paare lernen bei Peter Varsek das praktische Handwerkszeug für ihre Beziehungen. Denn nur gute Beziehungen haben optimale Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. www.beratung-wendepunkt.de
Bild: pixelio.de Knipseline
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