Im Folgenden möchte ich ihnen den biblischen .Lebensstil „10/10″ vorstellen.
Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen von „Mein” und „Dein” – auch im zwischenmenschlichen Bereich. Meist kein Problem am Anfang einer Bekanntschaft, wenn wir sowieso das „Wir” in den Vordergrund stellen möchten.
Stellen Sie sich vor. Gerade haben Sie einen tollen Menschen kennen gelernt. Endlich jemand, der sagt, was er denkt und der nicht so verschlossen ist. Oder, was für ein gefühlvoller, humorvoller Menschen.
Doch was, wenn unsere persönlichen Grenzen dann doch überschritten werden? Selbst der sanfteste Mensch entpuppt sich irgendwann als ganz normaler Mensch, mit Fehlern, Schwächen und eigenen Bedürfnissen und eben auch völlig anderen Vorstellungen von den Grenzen zwischen Mein und Dein.
Soll man ein Gespräch suchen? Sicherlich nicht schlecht, wenn der andere überhaupt versteht, was sie meinen. Zurückschlagen, selber machen oder einfach weiterlieben?
In der Realität ist gerade diese Entscheidung schwerer als wir uns dies eingestehen. Habe ich überhaupt das Recht „jemanden in seine Grenzen zu weisen”? Für viele ist das gleichbedeutend mit „Selbst-lieblos-sein” und wird von Schuldgefühlen begleitet. Doch sie müssen keine Schuldgefühle haben, wenn sie sich zornig oder schlecht fühlen, Grenzen setzen oder einfach nur nein sagen. Im Gegenteil: Grenzen sind biblisch und von Gott gewollt.
1. Der Lebensstil „10/10″: Es gibt Grenzen und ich darf mich abgrenzen oder das zehnte Gebot Gottes:
Gott nennt das Überschreiten von guten Grenzen Unrecht. Dies ist die grundlegende Konsequenz aus dem 10ten Gebot. Es ist liebevoller diese Grenze zu betonen als das Unrecht der Überschreitung zu unterstützen:
Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, … , seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört. Exodus 20,17
Dies schließt unsere Beziehungen und Gefühle, unser Eigentum auch unsere Fähigkeiten ein.
Gott hat uns als Verwalter unserer Gaben und Fähigkeiten eingesetzt, mit denen wir eigenverantwortlich umgehen sollen.
Jesus erklärt uns das in einem Gleichnis. Drei Angestellte auf einem Gutshof bekommen von ihrem Gutsherrn und Chef Talente anvertraut – ein hübsche Summe Geld zu dieser Zeit. Jeder soll diese Summe gut verwalten, weil der Chef eine längere Zeit im Ausland unterwegs sein wird.
Ihnen wird nicht zu dritt die Gesamtsumme anvertraut, sondern jeder ist am Ende für die Vermehrung und die gute Verwaltung der ihm anvertrauten Teilsumme eigenverantwortlich. Dazu muss jeder sein individuelles Geschick und seine Fähigkeiten selbst einsetzen. (vergleiche (Matthäus 25, 14 – 28).
Am Ende der Reise des Chefs legt dann jeder der drei Angestellten einen eigenen Rechenschaftsbericht ab. – Auch hier beachtet Gott die Grenze zwischen Mein und Dein.
2. Der Lebensstil „10/10″: Ein Mensch begegnet Gott oder dann kann ich ja wenigstens 10 Prozent meines Einkommens weitergeben.
Wissen Sie, was passierte als Jakob das erste Mal Gott wirklich begegnete. Jakob wird sich der Größe und der Fähigkeiten Gottes bewusst. Er sagt sinngemäß: Wenn Gott mich wirklich versorgen kann, dann gebe ich ihm 10 Prozent von dem, was er mir gibt, an andere weiter. Lesen Sie selbst:
Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein. Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben. 1. Mose 28, 16 + 20-22
Diese zehn Prozent sind ein interessanter Richtwert. Wichtiger als die Zahl und das Materielle ist allerdings das Prinzip dahinter:
„Weil ich etwas habe, dass mir gehört und ich weiß, dass ich dies von einem großen und reichen Gott bekommen habe, kann ich unbesorgt etwas von mir an andere weitergeben.”
3. Der Lebensstil „10/10″: Nur wenn ich mich selbst gesegnet fühle, kann ich weitergeben.
Dazu müssen sie kein Millionär sein. Ich habe erlebt, dass selbst in einem Slum in Indien Menschen leben, die sich so beschenkt fühlen, dass sie weitergeben können. Und sei es Anteilnahme oder ein Lächeln. Geben ist seliger als Nehmen sagt die Bibel.
Doch um die Sicherheit zum Weitergeben zu bekommen, müssen wir Gott wirklich so wie Abraham in der folgenden Bibelstelle kennen lernen. Stellen Sie sich vor, welche Sicherheit es gibt, diese Worte direkt von Gott zu hören. Auch Sie können heute das Wort Gottes direkt aus der Bibel für sich hören:
Gott sagt zu Abraham: Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 1 Mose 12, 2
4. Der Lebensstil „10/10″: Werden Sie ein liebevoller Egoist.
Ja, das ist mein Bereich. Basta! Das gehört mir. Aber ich möchte dir freiwillig etwas davon abgeben, weil ich jemanden kenne, nämlich meinen Schöpfer, der auf meine Grenzen acht gibt, mich schützt und versorgt.
Ich bin eben ein Egoist, der gerne weitergibt. Weißt du, ich bin selten neidisch, weil ich weiß, dass Gott so groß ist, dass er für jeden von uns beiden sorgen kann. Deshalb sage ich dir ganz klar: Schätzchen, so nicht mit mir! Du kannst nicht einfach meine Gefühle, meine Fähigkeiten und meine Beziehungen einfach so ausnutzen und dann auch noch so tun, als hättest du die Welt erfunden. Das war nämlich mein Schöpfer!
Ach übrigens, ich verliere nichts, wenn ich dir jetzt vergebe! Jesus hat mir schließlich schon zuvor vergeben.
Günther, Cafe Inmeinerstrasse
Bild: © pixelio.de Fotograf: Daniel Gast
Bitte nicht anklicken - nur für Multiplikatoren.

Kommentare