Vielen Dank für die zahlreichen Rückantworten zur Artikelserie “Selbstwertgefühl”. Die Antworten haben gezeigt, welcher Leidensdruck auf vielen Menschen lastet, weil sie unter Ablehnung und unter einem mangelnden Selbstwertgefühl leiden. Oft gibt es niemanden, mit dem man dies besprechen kann. Schließlich hat man zu funktionieren und cool zu sein. Vor allem wenn man schon Christ ist.
Eure Antworten haben gezeigt, dass es wenig praktische christliche Hilfe in diesem Bereich gibt. In euren Emails, die mich sehr bewegen, habe ich gespürt, dass es nicht nur ein kleines Leiden ist, sondern dass eine regelrechte Verzweiflung dahintersteckt. Viele sind verzweifelt und wissen nicht wohin mit Ihrer Verzweiflung. Umso mehr freue ich mich, dass Cafe Inmeinerstrasse auch eine Anlaufstelle für verzweifelte Menschen ist.
Diese Verzweiflung verknüpft sich, wie ich bei Euch lesen durfte, oft mit einer konkreten Lebenskrise, in deren Folge dass sowieso schwache Selbstwertgefühl dann vollkommen in den Keller geht. Ein paar konkrete Auslöser sind unter anderem:
- Selbstzweifel wegen des Verlustes des Arbeitsplatzes
- Zweifel an eigenen Fähigkeiten
- Zweifel aufgrund gescheiterter Beziehungen
- Zweifel durch traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit
- Soziale Isolation und Einsamkeit
- eine Sinnkrise und der Schrei nach ewiger Erlösung
Ich erwarte, dass aufgrund des Gebets sich in den nächsten Tagen und Wochen schöne Zeugnisse des Wirkens Gottes einstellen werden.
Wer sich seither nicht getraut hat, sich zu melden, kann dies gerne nachholen.
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Hier ein Gebet, dass Verzweifelten hilft, frei zu werden.
Günther aus dem Offenen Haus Tegel
Bild: Sabine Meyer, © pixelio.de
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Hi lieber Günther,
was Du schreibst ist ermutigend und sicherlich nicht generell falsch.
Aber ich nage selber schon ziemlich lange an diesem Problem und habe viel darüber gebetet und Heilung gesucht.
Bin selber noch mitten auf der Wegstrecke..
Aber mir sind einige Dinge bereits klar geworden.
Du schreibst das Wort “Selbstwert” ja auch schon in Anführungszeichen.
Wir beziehen unseren Wert nicht aus uns heraus.
Wir können dafür kämpfen, es in uns aufzubauen, aber mMn. ist das ein Kampf gegen Windmühlen.
Es ist, wie wenn man auf einem Trümmerfeld neu aufbauen will, ohne den Platz vorher geebnet und zu einem guten Fundament gemacht zu haben.
Denn es kommt immer wieder neu Ablehnung dazu, neue negative Erfahrungen und dann zeigt sich, dass unser Fundament noch nicht sicher ist, denn wir müssen immer wieder neu aufbauen. Das nimmt uns Kraft.
Was ich verinnerlicht habe, ist, dass der Feind uns über die Verletzungen aus der Vergangenheit angreift.
Die Gedanken, die uns pieksen und stechen, haben nur deswegen noch Raum zum wirken, weil die früheren Verletzungen noch aktiv sind.
Und das ist der Knackpunkt, die Quelle für unser mangelndes Urvertrauen und das Wertgefühl.
Es hilft nicht, wenn ich mir sage, dass Gott mich liebt, wenn die Verletzung in mir, viel lauter schreit und mich beeinflusst.
Sprich:
Was uns aus diesem Kreislauf heraus hilft, ist Jesus als unser Fundament.
An dieser Stelle heißt das Fundament Vergebung.
Wenn wir aktiv werden darin, allem und jedem die Missachtung, die Vorgriffe, etc. zu vergeben- erst dann heilen die Wunden vollständig und folgend, werden uns die Gedanken des Feindes nicht mehr berühren können.
Vergebung ist der Schlüssel um frei auf Gott zugehen und von Ihm empfangen zu können.
Dann erst greifen alle anderen Maßnahmen.
Und vieles erübrigt sich dann auch automatisch.
Ist konstruktiv gemeint…
LG
Stella
Danke für deinen Kommentar. Auf diese Klarstellung habe ich innerlich gewartet. Beim Schreiben war mir der Sachverhalt, den du beschreibst, sehr deutlich vor Augen. Ich habe nur einmal Selbstbewußtsein verwendet und ansonsten Selbstwertgefühl.
Selbstbewusstsein kann, wenn man es so definiert (es geht ja nicht um Worte selbst), ein Ausdruck der Unabhängigkeit von Gott sein. “Ich aus mir heraus – tschaka – ich, ich werde es schaffen.” Das ist natürlich wie du schön anschaulich darstellst, ein Sich-selbst-aus-dem Sumpf-an-den-eigenen-Haaren-herausziehen-wollen und Stückwerk.
Selbstwert dagegen ist ein Begriff, den ich sehr mag. Im Sinne von: Einfach einen Eigenwert haben.
Gott hat uns in der Schöpfung diesen Wert mitgegeben. Er ist da und muss nicht wie beim Selbstbewusstsein sozusagen im Gewächshaus neu gezüchtet werden. Insofern ist Selbstwert, der Wert den dir Gott beimisst. Dieser kann verhüllt und verschleiert sein durch Erfahrungen und daraus angenommenen Lügen über deinen Selbstwert.
Einen Eigenwert haben wir ferner durch den Kreuzestod von Jesus erhalten, bei dem er uns um einen Preis gekauft hat. Dieser hohe Preis ist Ausdruck davon, was wir IHM wert sind.
In diesem Sinne sind die Artikel einfach der praktische Weg, wie wir unsere Gedanken erneuern können, die Lüge ablegen, dankbar werden und wie wir in diesem Zusammenhang mit dem Feind unseres Selbstwertes umgehen können.
Einer der Pfeiler von Selbstwert ist ja Zugehörigkeit und das ist natürlich zu allererst die Zugehörigkeit und die Gemeinschaft mit Gott selbst. Und auch die Menschen gehören dazu, damit wir das wichtigste Gebot erfüllen können: Gott lieben und die Menschen.
Vielen Dank, dass du mir mit deinem Kommentar die Gelegenheit gegeben hast, dies nochmals klar herauszustellen.
Psalm 8:
“Du (Gott) hast ihn (den Menschen) nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.”