Wir hatten jetzt fast vier Wochen einen “Engel” bei uns zu Gast. Die Dame aus Amerika ist gerade in Rente gegangen. Doch Gast stimmt eigentlich nicht mehr. Es kam ganz automatisch – wie von alleine. Der amerikanische Engel ist ein neues Familienmitglied geworden. Ganz natürlich füllte der Engel die Stelle als Oma aus. Und was für eine Oma uns Gott da geschickt hat!
Eine Fürbitterin, die eng mit dem Himmel in Verbindung steht. Gleichzeitig jemand, dessen Ratschläge fundiert und mit irdischen Sachverstand versehen sind. Ratschläge, die die Beine auf festen Boden stellen. Nein – der Aufenthalt war kein ausgedehntes Seelsorge-Seminar. Es war normales Familienleben – in Jogginghosen, beim Müsli oder beim Einkaufen. Es war gegenseitig und natürlich.
Gott hat exakt den richtigen Menschen zur richtigen Zeit in unsere Familie gestellt. Jemanden, der für uns stationär die vier Wochen über gebetet und uns ermutigt hat. Genau in dieser Zeit brauchten wir auch ihr irdisches Fachwissen aus ihrem beruflichen Hintergrund in sehr konkreten Situationen. Aber es war vor allem ihre praktische Lebenserfahrung, die hilfreich war. Es gibt nichts, was uns gerade herausfordert, das Oma nicht schon ein paar Mal in der Vergangenheit niedergerungen hat.
Ich bin immer dankbar, wenn eine Gebetsgruppe für mich betet. - Doch einen Fürbitter in der eigenen Wohnung stationiert zu haben, das empfinde ich als Vorrecht und als göttlichen Luxus. Fast bin ich versucht zu sagen: Oma ist ein Inhouse-Consultant und ein Inhouse-Fürbitter. – Wer die Tagessätze für Senior Consultants kennt, der weiss, wie wertvoll das ist.
Nein. Bei uns ging es gar nicht um Geld. Es ging um Beziehung und Vertrauen. Das haben wir gleich am Anfang klar gemacht. Wenn die amerikanische Oma da ist, dann hat sie – verflixt noch mal – als Familienmitglied auch die Pflicht, sich einmal ohne Gegenleistung verwöhnen zu lassen.
Ganz haben wir es, ich muss es zugeben, nicht geschafft. Wenn alle schon im Bett waren, hat sie noch den letzten Rest des Abwasches gemacht. Auch hat sie es sich nicht nehmen lassen, gemeinsam mit dem neuen Enkelsohn, wirklich gigantische Mengen an Obst und Früchten in unser Haus zu schleppen.
Ich hoffe, dass diese Früchte ein Symbol sind. Ein Symbol für Früchte, die durch diesen Aufenthalt gegenseitig in unser Leben gekommen sind.
Wer sich jetzt angesprochen fühlt, der kann sich ja bei uns als Engel und Botschafter Gottes bzw. als Inhouse-Rentner bewerben. Frei nach dem Motto: “Rent(ner)-an-Angel”.
Günther, Cafe Inmeinerstrasse
Bild: ME, © pixelio.de
**





Letzte Kommentare