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3 responses to “Über den Zusammenhang zwischen Glaube, Gewissheit und Wahrheit”

  1. Maya

    Mir sind in letzter Zeit ein paar Begriffe in den Schoß gefallen, die ich hier gerne in einem Zusammenhang erläutern möchte. Diese Worte waren Glaube, Wahrheit, Toleranz und Skeptik. Ich war auf der Suche nach einer näheren Erklärung und habe Folgendes gefunden. Skepsis fand ich in einem griechischen Wörterbuch, das heißt, etwas prüfend aus der Distanz betrachten. Also ein Skeptiker ist jemand, der etwas prüfend aus der Distanz betrachtet. Wenn alles wahr wäre, was wir hören, sehen oder lesen, dann müßten wir nicht skeptisch sein. Es ist aber nicht alles wahr, was wir hören, sehen oder lesen. Deshalb ist Skepsis angebracht.Zum Glauben gehört nicht nur ein Inhalt, was wir glauben, sondern auch, wem wir glauben. Und natürlich auch, wie gut der Glaube begründet ist. Also wir haben eine bestimmtes Maß an Glauben nötig, um überhaupt leben zu können. Es ist nicht nur so, dass wir Skepsis brauchen, sondern wir brauchen viel mehr Glauben, und das ist etwas, was unser Leben ausmacht. Im Lateinischen heißt das Wort für Glauben credere, da hängt das Wort Kredit mit zusammen. Credere ist zusammengesetzt aus cor und dare und heißt, das Herz geben.Das heißt also, in unserem Leben hängt beides zusammen, Glaube und Skepsis, und es kommt auf die Mischung an von beidem an. Nur mit Skepsis kann man nicht leben, und nur mit Glauben in diesem Sinne des Vertrauens hat ebenfalls Probleme, weil es eben Irrtum, Lüge und Täuschung gibt. Wahrheit ist also, dass wir dem vertrauen wollen, was wirklich verläßlich ist, was Orientierung gibt. Wahrheit ist die Frage nach der Verläßlichkeit. Wie es etwa im Alten Testament von Gott heißt: Gott ist wahr, so ist das oft übersetzt. Im hebräischen steht das Wort für emet und emet heißt, er ist zuverlässig gleich nahe, wenn wir von bewährt sprechen. Wahr und bewährt. Ein Mensch hat sich bewährt. Man kann sich auf ihn verlassen. Wir brauchen also Verläßlichkeiten. In allen wichtigen Fragen unseres Lebens gehen wir davon aus, dass es Wahrheit gibt. Hierzu 4 Beispiele: In der Wissenschaft. Die Wissenschaft geht davon aus, dass es Wahrheit gibt. In der Medizin, dass es Medizin gibt, die heilt und hilft und andere, die es eben nicht tut. Bei den Ingenieuren, dass man eben nach bestimmten Mitteln Brücken bauen kann oder Häuser bauen kann, die halten, andere halten nicht. Oder auch, ein Kriminalkomissar geht auch nach bestimmten Regeln davon aus, dass es eine Wahrheit gibt, wie der Täter gefunden werden kann.Wahrheit heißt Lebensorientierung und Verläßlichkeit. Toleranz heißt das Erdulden von anderen Meinungen. Dulden, Hinnehmen, Respektieren. Toleranz kommt aus dem Lateinischen “tolerare” und heißt eben erdulden. Das heißt, jemand hat eine Meinung und erduldet eine andere. Tolerant kann nur der sein, der eine Meinung hat und eine andere erdulden muß. Wer keine hat, muß auch keine erdulden. Man braucht Toleranz, weil wir leider oder glücklicherweise nicht alle immer einer Meinung sind. Wenn wir alle immer einer Meinung wären, müßte man überhaupt nichts erdulden, denn dann wären alle immer einer Meinung. Da es aber Unterschiede gibt, muß man überlegen, wie man mit anderen Meinungen und anderen Lebensweisen umgehen will. Tolerant ist nämlich nur der, der eine andere Meinung erduldet, d.h. da steckt auch das Motto des Leidens mit dahinter. Man leidet darunter, dass man verschiedener Meinung ist. Aber man duldet die andere. Wo ist die Grenze der Toleranz? Toleranz hat eine Grenze, denn sonst wäre es einfach Beliebigkeit, die nicht lebbar ist. Keiner kann Beliebigkeit leben, weil man Kindermord von Kinderliebe unterscheiden sollte und nicht sagen kann, es ist alles gleichgültig. Wir kommen also um Urteile und Bewertungen nicht umhin. Das heißt, Toleranz hat auch Grenzen, heißt dulden, also man erduldet andere Meinungen bis zu einem bestimmten Grad. Aber es gibt auch Grenzen. Wo die Grenze liegt, muß immer wieder neu diskutiert werden. Die Stelle in Jesaja 7 Vers 9, die da heißt, da sagt Gott, wenn ihr euch nicht an mir fest macht, werdet ihr keinen Halt, keinen Bestand haben. Bestand ist das Wichtigste, was wir Menschen brauchen. Wir suchen etwas oder jemand, an den wir uns hängen können, um Bestand zu haben, denn wir haben das Leben nicht aus uns selbst. Und Gott bietet uns an, dass wir uns an ihm festmachen, dann werden wir Bestand haben. Ohne Wahrheit gibt es also keine Toleranz. Nur wer wahr ist, kann etwas tolerieren, weil er darunter leidet, dass andere eben nicht die Wahrheit kennen oder nicht einmal nach der Wahrheit suchen. Man kann Wahrheit nicht mit Gewalt vermitteln. Bei der Tatsachenwahrheit geht es darum, dass man versucht, objektiv zu prüfen aus der Distanz und mit Skepsis. So wie Wahrheit und Toleranz zusammenhängen, dass es ohne Wahrheit keine Toleranz gibt, so sind auch Glaube und Skepsis nötig. Es geht nicht um Glaube oder Skepsis, sondern wir haben beides in uns und wir brauchen auch beides in unserem Leben, weil eben nicht alles wahr ist. Deshalb wünsche ich mir, dass wir in unserem Leben immer das richtige Verhältnis, die richtige Mischung von Glaube und Skepsis finden.

  2. Julia

    Ja stimmt wirklich ganz schön offen..
    finde Ich super..
    Ich persöhnlich bin da ganz schüchtern..
    Weiter so Maya
    Mfg Julia

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