Im folgenden eine der Geschichten, die ich jeden Abend in der Zu-Bett-Geh-Zeit für meine Kinder erfunden habe als Sie noch klein waren.
Beppos Vater war verzweifelt. Ständig stritten sich seine beiden Sprößlinge. Beppo war jetzt acht Jahre. Sein kleinerer Bruder und er konnten Nachmittage lang über die kleinsten Nichtigkeiten streiten. Was sollte Beppos Vater nur tun, um den beiden klar zu machen, dass sie zusammenhalten und nicht so oft streiten sollten.
Schon wieder ging es los. Beppo und sein Bruder hatten erst schön miteinander gespielt. Doch jetzt hatte die Mutter gesagt, dass sie alles wieder aufräumen sollten. “Das war Beppo und nicht ich.” “Nein”, schrie Beppo. “Du warst es.” So ging es weiter. Fast hätten sie sich sogar angefangen zu schlagen, wenn nicht der Vater dazwischen gegangen wäre.
Abends redeten der Vater und die Mutter lange darüber, was sie mit den beiden machen können. Die Mutter sagte: “Gibt es nicht eine Stelle in der Bibel, wo etwas über Brüder seht?” “Kain und Abel”, sagte der Vater spontan. “Nein, das ist ja wohl kaum ermutigtend für unsere beiden Kinder,” sagte seine Frau ärgerlich. “Zwei eifersüchtige Brüder, die sich totschlagen! Nein, es müßte etwas Motivierendes sein.” – “Aber unsere Kinder sind doch noch zu klein, um die anderen Bibelverse wie Johannes 15 zu verstehen,” entgegnete der Vater.
Am nächsten Tag hatte der Vater durch das Gespräch mit seiner Frau plötzlich eine Idee. Er setze sich hin und las Psalm 133:
Siehe, wie fein oder gut und kostbar und schön und wie lieblich ist’s, wenn Brüder in Eintracht zusammen wohnen; Das ist wie das feine Öl auf dem Haupt, das herabfließt in den Bart, den Bart Aarons, das herabfließt bis zum Saum seiner Kleider.
“Das mache ich”, sagte er sich. Schnell besorgte Beppos Vater sich das gute Rosmarinöl von seiner Frau und holte die beiden Kinder. “Setzt euch mal in die Badewanne. Ich habe etwas Lustiges mit euch vor.” Die beiden zogen sich aus und dachten, dass sie zusammen baden sollten. Doch ihr Vater hatte etwas anderes vor.
Er nahm die Bibel und las ihnen Psalm 133 vor und erklärte ihnen den kurzen Psalm etwas. Dann goß er das gute Rosmarinöl über beide. “Jetzt fangt mal an zu rutschen.” Beppo und sein Bruder rutschten mit dem Öl auf der Haut vergnügt und wild in der Badewanne umher. Beide quietschen vor Lachen. Immer mutiger rutschen sie von einem Ende der Badewanne zur anderen und drehten sich im Kreis. “Mehr Öl, Papa”, riefen sie.
Inzwischen war Beppos Mutter in das Badezimmer gekommen. “Was macht ihr denn hier?” “Wir rutschen mit Öl, Mama.” Alle mussten herzlich miteinander lachen. Als die beiden Kinder aus der Badewanne kamen, legte ihnen ihr Vater ein großes Handtuch über. “Setzt euch beide mal auf das kleine Schemelchen hier”, sagte Beppos Vater.
“Schaut mal. Wenn ihr zusammenhaltet, ist das wie wenn Gott Öl auf euch beide giesst und dann werdet ihr ganz viel Spaß und Segen zusammen haben. Das sagt Gottes Wort. Versteht ihr das?” – “Ja, sagte Beppo, wenn wir zusammenhalten, dann ist das wie mit Öl in der Badewanne rutschen.” “Genau, Beppo. Vergesst unser kleines Erlebnis heute nie wieder. Wenn ihr mal Streit miteinander habt, dann denkt daran, wie schön es war, gemeinsam in der Badewanne mit Öl zu rutschen.”
Am nächsten Tag musste wieder einmal aufgeräumt werden. Wieder wollten beide Kinder, anfangen zu streiten. Doch plötzlich fiel es Beppo wieder ein: Öl rutschen! Aufhören!” Sein Bruder begriff sofort. An diesem Tag räumten sie einträchtig gemeinsam auf. Als Belohnung gab es am Abend einen Pudding von Mama. Am Tisch sagte sie schmunzelnd zu beiden Kindern: “Vielleicht werdet ihr nie die perfekten Aufräumer, aber wenn ich mir das überlege, ihr seid schon tolle und ölige Brüder.”
Günther, Cafe-Inmeinerstrasse.de
Bild: Ramona Kitzmüller, © pixelio.de
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Die Geschichte hat mir ganz gut gefallen. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher ob es hilft diese seinen Kindern weiter zu erzählen. Es fehlt schließlich noch eine Metapher für streitende Brüder. Vielleicht hilft für diesen Part ja die Geschicht von Kain & Abel. Fällt mir aber keine sinnvolle Kombination ein. Hmm…
Dennoch, vielen Dank für die nette Geschichte!
Hai Günnie!
mir gefällt deine Geschichte sehr gut, ich werde ihm heute für die Kinder im Godi erzählen, danke!
Marléne