Zehn Jahre habe ich auf der Arbeit fast nie gefehlt – und jetzt dieser Ärger wegen einer Krankschreibung. Schiefe Blicke, Verdächtigungen und Kommentare. Ich bekomme schon Zuckungen, wenn ich nur an den Chef denke. Soll ich nett sein oder soll ich es diesem ungerechten Menschen erst mal richtig zeigen? Oder, vielleicht lautet Ihre Geschichte gerade so: Ich habe doch immer das Beste für die Kinder gewollt, alles getan, was ich konnte. Und jetzt diese Undankbarkeit!
Was tun? Den anderen so nehmen wie er ist, oder ist es jetzt Zeit, sich durchzusetzen? Ja, eigentlich ist beides dran! Aber wie?
Liebe und Selbstsicherheit ist bekanntlich die Voraussetzung, menschliche Schwierigkeiten zu überwinden. Auf der anderen Seite fällt uns gerade dies besonders schwer. Wer kann liebevoll sein, wenn es ihm gerade nicht gut geht und er sich von allen Seiten bedrängt fühlt? Leicht verliert man da die Balance. Wie kommen wir aus dieser Zwickmühle heraus? Lassen Sie uns ein paar Stellen aus der Bibel anschauen, um diese Frage zu beantworten.
Liebe ist zentral für unser Leben. In den Augen Gottes ist echte Liebe etwas, das nicht durch Aktivitäten zu ersetzen (oder auch durch keine Form von Religiosität zu imitieren) ist. Jesus bewertet die Worte des Gelehrten in Markus Kapitel 12, Vers 32-34, , dass das wichtigste Gebot Gott und die Menschen zu lieben ist, als verständige Aussagen. Ein Mensch, der dies erkennt, ist nach Jesus nicht mehr weit davon entfernt, die Kraft Gottes und die Dinge seines Reiches zu verstehen: Auch ihr simples Anerkenntnis dieser Wahrheit bringt sie ein gutes Stück näher an Gottes Realität und seinem hilfreichen Eingreifen in ihr Leben.
Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Lehrer, du hast nach der Wahrheit geredet; denn er ist einer, und es ist kein anderer außer ihm; und ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist viel mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Und als Jesus sah, dass er verständig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Markus 12,32-34
Echte Liebe kann nicht durch Lippenbekenntnisse oder formale Akte erzeugt werden. Ohne Liebe sagt Gottes Wort in der Bibel sind wir nichts. Alles was wir sind, aktiv tun, darstellen wollen oder auch besitzen nützt uns nichts.
- Wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts.
1. Korinther 13, 2 - Wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts.
1. Korinther 13, 3
Wir wissen, dass wir durch solche und auch ähnliche Dinge bei Menschen punkten können und scheinbar eine Weile damit vorankommen. Denken Sie nur einmal, was Menschen in Ihrem Büro nicht alles tun, um Anerkennung zu finden, um am Ende immer bitterer zu werden. „Leistungsliebe“ ist nicht erfüllend.
Dennoch: Liebe beweist sich in konkreten Situationen und ist nicht nur ein Gefühl!
Immer wenn Liebe echt ist, kann auch eine konkrete Geschichte erzählt werden. Absichtserklärungen zählen nicht. – So eine Geschichte beschreibt zum Beispiel, was man aus Liebe getan hat. Sie erzählt von bestimmten Worten, die man ausgesprochen oder eben auch nicht ausgesprochen hat. Und es ist die Geschichte davon, wie die Liebe in einem Menschen bestimmte Haltungen gegenüber anderen, mit denen er in Kontakt ist, entstehen lässt. Die Bibel spricht unter anderem davon, dass die Liebe eine innere Haltung erzeugt, sich nicht erbittern zu lassen und anderen zu vergeben. So eine Geschichte spricht sich bestimmt schnell herum: “Dort ist ein jemand, Mensch, der hat sich nicht verbittern lassen, im Gegenteil, er hat ihnen trotz allem vergeben!”
Diese Liebe können wir jedoch nur weitergeben, wenn wir sie zuvor auch erlebt haben! Liebe können wir als Menschen allerdings nur in unseren normalen Lebensumständen erfahren und begreifen. Es nützt nichts, von der allgemeinen Liebe Gottes zu uns zu wissen! Deshalb müssen wir unbedingt folgenden Schritt gehen, um aus der Zwickmühle, lieben zu sollen, es aber nicht wirklich zu können, herauszukommen. Dieser Schritt löst in uns den scheinbaren Widerspruch zwischen Selbstsicherheit und andere liebend annehmen auf: Erwarten Sie , dass Sie Gottes liebendes Eingreifen jetzt, in Ihrer aktuellen Geschichte erleben!
Gottes Liebe zu uns gilt für unsere konkreten, schwierigen Situationen. Wenn Sie gerade jetzt mit etwas nicht zurechtkommen, berufen Sie sich im Gebet zu Gott auf folgende Stelle aus der Bibel. Sagen Sie zu ihm, dass Gott zu diesem, seinem Wort stehen soll und Sie dies jetzt real erleben wollen.
Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. Römer 8,37
Es gilt: Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Römer 8, 35
„Himmlischer Vater, ich will jetzt deine Liebe erleben. Ich will durch dich ein Überwinder werden! Jetzt will ich sehen, dass du dies zu einer realen Sache in meinem Leben machst. Hier und jetzt!“ - Diese direkte Art ehrt Gott, so wie es einen Vater oder eine Mutter freut, wenn sich ihr Kind wie von ganz selbstverständlich an sie ankuschelt, wenn ihm etwas nicht ganz geheuer ist.
Gott hat Sie schon immer geliebt. Er liebt Sie auch gerade jetzt. Machen Sie den zweiten Schritt und gehen Sie im Gebet auf ihn zu. Lassen Sie ihr Herz durch Gottes Liebe weich werden und versuchen Sie nicht krampfhaft liebevoll zu anderen Menschen zu sein, um ihre schwierige Situation so aufzubessern. Lassen Sie sich zuerst von seiner Liebe füllen. Diese Liebe gibt Ihnen Selbstsicherheit, Sicherheit, dass jemand unwandelbar hinter Ihnen steht. Nur dann können Sie in sich ruhen und eine annehmende Liebe weitergeben und so über ihrer misslichen Situation stehen. Schreiben sie zusammen mit Gott eine neue gemeinsame Geschichte, eine Geschichte der Liebe und des Angenommenseins durch Gott!
Günther, Cafe Inmeinerstrasse
Bild: Uwe Steinbrich; © pixelio.de
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