Im Zeitalter des Internets erfreuen sich Online-Singlebörsen einer wachsenden Beliebtheit. Das Internet bietet die Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, denen man im realen Leben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht begegnen würde und die Nutzung des Internets ist an keine festen Zeiten gebunden, was für Berufstätige und Alleinerziehende mit Kindern nicht ganz unwichtig ist.
Zu dieser Form der Partnersuche gibt es ganz unterschiedliche Wertungen von Seiten der Christen. Manche sagen, das ist für mich ideal und können vielleicht sogar ein positives Ergebnis vorweisen. Andere sagen: Das ist zu unverbindlich, es würden über Mails und Telefonate „Bilder“ aufgebaut, die der Realität bei einem Treffen dann nicht standhalten könnten.
Ich denke, wer sich in einer Singlebörse einträgt sollte sich über die Grenzen der Leistungsfähigkeit derselben bewusst sein und keine Wunder erwarten. Letztlich kann solch eine Börse nicht mehr als die Möglichkeit bieten, zwischen Partnersuchenden Kontakte herzustellen. Was der Einzelne dann damit anfängt, das liegt in seiner Verantwortung. Um negative Aha- Erlebnisse zu vermeiden kann ich nur dazu raten, mit einem User, der kein Bild hochlädt keinen näheren Kontakt anzufangen bzw. darauf zu bestehen, dass er sich per Foto outet und, sollten sich dann Interesse und Sympathie entwickeln relativ bald zum telefonieren überzugehen und ein reales Treffen in Augenschein zu nehmen.
Das bietet beiden Seiten die Möglichkeit, bei „Nichtgefallen“ rechtzeitig abzuspringen, ohne das Gesicht zu verlieren.
Was hat Gott mit dem Internet zu tun? Nun, ich denke, er kann dafür sorgen, dass die „richtigen“ Menschen sich zur „richtigen“ Zeit und am „richtigen“ Ort begegnen. Natürlich kann er das auch auf herkömmliche Weise, aber warum sollte er das Internet nicht nutzen? Wenn wir Gott mit einbeziehen, müssen wir allerdings einige Punkte beachten.
Wer geschieden ist, der sollte zuerst und gründlich seine Verhältnisse vor Gott in Ordnung bringen und um Weisheit bitten, ob er vor Gott dazu berechtigt ist, einen „neuen“ Partner zu suchen. Wer gegen den Willen Gottes seinen eigenen Kopf durchsetzen will, der wird vergeblich darauf hoffen, dass Gott seine Pläne segnet und seine Suche unterstützt. Wir können Gott nicht zwingen, etwas zu tun, das er gar nicht tun WILL. Oberste Priorität ist es also, ernstlich nach dem Willen Gottes zu fragen und die Bereitschaft aufzubringen, sich dann auch danach zu richten, was man erkennt. Es gibt immer die Möglichkeit, unverheiratet zu bleiben, auch, wenn uns das nicht gefällt.
Das klingt vielleicht einfach, kann aber schwere Kämpfe kosten. Es ist sinnvoll, sich mit den Aussagen der Bibel auseinander zu setzen- der Punkt Ehescheidung und Wiederheirat ist ein sehr schwieriger Punkt der Schriftauslegung, aber Gott wäre nicht Gott, wenn er nicht auch DIR signalisieren könnte, was du darfst und was nicht. Du musst nur dranbleiben und Gott selbst fragen, immer wieder, was er für dich möchte. Laß dich nicht von Menschen einschüchtern, die ihre eigene Meinung als den Willen Gottes ausgeben. Aber sei auch nicht zu leichtfertig mit diesen Fragen; wir werden uns alle eines Tages für das verantworten müssen, was wir entschieden und getan haben.
Auch Christen, die in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelebt haben sollten danach fragen, was der Wille Gottes für ihre Situation ist. Wenn Ehe ohne Trauschein auch nicht den Vorgaben der Bibel entspricht, so bestand doch trotzdem eine Gemeinschaft, aus der vielleicht Kinder hervorgingen und es gab einen Partner, dem gegenüber man eventuell Verpflichtungen hat. Egal wie…. es wird immer günstiger sein, von Herzen Buße zu tun und nach dem Willen Gottes zu fragen.
Keine Sorge, Gott ist ein Gott des Friedens. Er wird uns nichts „aufdrücken“, das wir nicht leisten können oder das uns total zuwider ist. Er hat uns geschaffen, er weiß, wie wir strukturiert sind und was das Beste für uns ist. Er hat den Durchblick, nicht wir! und er hat Gedanken des Friedens mit uns. Er möchte uns davor bewahren, an uns und an Anderen schuldig zu werden. Ich ermuntere dich, ihm ganz und gar zu vertrauen! Er wird dir nichts vorenthalten, das du BRAUCHST. Aber du musst ehrlich sein, ihm und dir gegenüber. Das ist die beste Voraussetzung, um mit ihm zusammen zu arbeiten.
Wenn du die Freiheit bekommst, nach einem Partner Ausschau zu halten, dann stehst du vor der Entscheidung: Welche Partnerbörse soll ich wählen?- Es ist leider eine traurige Tatsache, dass nicht überall, wo „Christ“ drauf steht auch „Christ“ drin ist. Es gibt „Christliche Singlebörsen“, in denen tummelt sich so ziemlich alles, was die Welt zu bieten hat. Es sind jede Menge Ungläubige dabei und sogar Satanisten. Besonders für junge, unerfahrene Menschen kann das gefährlich werden, aber auch für Christen, die schon länger im Glauben stehen, die aber emotional ausgehungert sind und für erfahrene Betrüger eine leichte Beute werden können. Nur wenige Anbieter machen sich die Mühe, die Neuanmeldungen zu überprüfen und User, die offensichtlich gegen die Ausrichtung der Singlebörse verstoßen hinauszukomplimentieren.
Ich bin seit geraumer Zeit Mitglied in diversen Partnerbörsen für Christen und kann hier der relativ jungen Seite „cxSingle.net“ ein positives Zeugnis ausstellen. Jeder Bewerber muß hiee einige Fragen beantworten und sich damit ausweisen, ob er wenigstens eine ungefähre Ahnung davon hat, wie man Christ wird und worauf es dabei ankommt.
Ich halte Online-Börsen für eine gute Alternative zur herkömmlichen Partnersuche. Allerdings glaube ich nicht, dass Gott so eine Art Selbstbedienungsmentalität segnen wird. Hinter jedem Profil verbirgt sich ein denkender und fühlender Mensch, und hinter jedem Menschen stehen: Ein Schicksal… Hoffnungen und Träume. Man sollte respektvoll mit den Lebensgeschichten der Anderen umgehen und das Gebot der Nächstenliebe nicht vergessen.
Wer in einer Partnerbörse nur darauf schaut, dass er selbst versorgt ist, und dann noch eine Menge überzogener Ansprüche hat, durch die er das Wirken Gottes eingrenzt oder sogar verhindert…. der braucht sich auch nicht darüber zu beklagen, wenn die Ergebnisse entsprechend mager und enttäuschend ausfallen. Ich gehe hinein in solch eine Börse und schaue einfach einmal, was mir begegnet; welche Aufgaben Gott für mich hat. Überall gibt es Menschen, die vielleicht eine schwierige Situation durchmachen und denen man ein wenig Licht sein kann. Trachtet zuerst nach Gottes Reich…. na, was steht dann dahinter? Gottes Maßstäbe gelten auch im Internet. *grins*
Man geht hin und gibt bekannt, dass man „da“ ist. Alles Weitere kann man eigentlich Gott überlassen. Es kostet vielleicht Kraft und Zeit, sich auf Menschen einzulassen, die als Partner nicht in Frage kommen oder die so beziehungsgeschädigt sind, dass sie zwar Kontakt möchten, aber nicht fähig sind, eine tragfähige Beziehung aufzubauen- so etwas gibt es auch. Na und? Unsere Bestimmung als Mensch ist es zu lieben. Sind wir nur dann bereit zu lieben, wenn wir dafür eine entsprechende Gegenleistung erhalten?
Egal, wo du suchst, ob auf Freizeiten, in deiner Gemeinde oder über das Internet: Oberste Priorität sollte sein: „Laß mich zum Segen werden….Herr, DEIN Wille geschehe“.
Gastbeitrag; Kai Lenze
Bild: pixelio.de; Hofschlaeger
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