Jeder lebt in einer Vielzahl von verschiedenen Zusammenhängen, die unsere Identität beeinflussen: “Ich bin Sekretärin. Mein Mann ist Handwerker. Wir sind Nichtraucher und Deutsche aus Berlin und keine Akademiker. Wir haben drei Kinder, ich bin Mutter und Mitglied im Ruderclub in Wannsee, etc, etc.”
In Krisenzeiten versagen diese Bilder, wer wir sind sind oft. Bei einer Krise mit dem Ehemann oder dem eigenen Kind bietet die Identität als Ehefrau oder Mutter nicht mehr die notwendige Sicherheit. Wenn wir unseren Arbeitsplatz verlieren, kann die Identität als Sekretärin keinen Halt mehr geben. Einem (Nicht-)Akademiker nützen in einer lebensbedrohlichen Krankheit der erworbene Status nur sehr wenig.
Oft ist unsere Identität in unserer eigenen Kraft, in unseren Leistungen und in unserer eigenen Weisheit verwurzelt? Doch gerade in einer Krise sind wir kraftlos, unsere Leistungen scheinen vor unseren Augen wertlos zu werden und mit unserer Weisheit kommen wir nicht so recht voran.
Die Folge ist meistens, dass auch Menschen um uns herum uns in einer Krise abwerten. “Jetzt, wo er geschieden ist, er seinen Arbeitsplatz verloren hat, krank und leistungsunfähig ist und kein Auto mehr hat, wollen wir nichts mehr mit ihm zu tun haben.” Keiner wird dies natürlich so direkt sagen. Vielleicht verbirgt sich diese Aussage unter den Worten, dass einem das alles herzlich leid tut.
Egal welche Worte gewählt werden, die Folge ist, dass uns auch die Identität, die entsteht, weil uns andere auf eine bestimmte Art und Weise wahrnehmen, zusätzlich verloren geht. Wir sind dann nicht mehr der “gute Freund”, sondern nur noch der alte Bekannte. Nicht mehr derjenige, mit dem man so gut über Probleme reden kann, sondern der Jammerlappen, der immer nur über Probleme redet.
Als Kind Gottes haben wir jedoch eine Quelle der Kraft, die ausserhalb unserer Fähigkeiten und Lebenszusammenhänge liegt. Gott sieht etwas in uns, dass uns unsere wahre Identität in einer Krise wiedergibt. Gott sieht seine Fähigkeiten mitten in uns. Er sieht, was er durch uns tun kann. Er sieht, wie er Situationen verändern kann. In 1 Johannes 4,4-6 steht viel über unsere tiefere Identität. Die entscheidene Aussage steckt in den unsscheinbaren Worten “ihr seid” und “sind”.
4,4 Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist. 4,5 Sie sind aus der Welt, deswegen reden sie aus [dem Geist] der Welt, und die Welt hört sie. 4,6 Wir sind aus Gott; wer Gott erkennt, hört uns; wer nicht aus Gott ist, hört uns nicht. Hieraus erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.
Gott ist in uns. Gottes Fähigkeiten sind unsere Identität. Nicht unsere Fehler oder unser Versagen. Weil Gott nur Sieg produziert, haben wir die schwierigen Umstände schon so gut wie überwunden, auch wenn die Lösung der Schwierigkeiten erst in der Zukunft liegt.
Doch wir müssen aufpassen. Andere, die nicht aus Gott sind, werden dies nicht verstehen und anerkennen. Es ist so leicht, in diese Sichtweise des Irrtums miteinzustimmen.
Deshalb sagt Gott: “Sei vorsichtig, du bist ein Überwinder. Unterscheide zwischen dem Geist des Irrtums und dem Geist der Wahrheit. Wenn du aus mir bist, dann höre bitte nur mir zu, nicht auf die Falschaussagen über dich. Und ich sage: Du bist ein Überwinder. Gib nichts auf die falschen Einschätzungen derjenigen, die nicht verstehen, was ich durch dich bewirken kann. Sie können ja nicht wissen, dass du nicht alleine auf deine eigene Kraft angewiesen bist. Sie können nicht mit der zusätzlichen Kraft rechnen, die ich dir mit auf den Weg gebe. Doch glaube mir, meine DNA ist in dich hineingeboren.“
Wer seine Identität in einer Krise nicht verliert, wird auch in einer Krisensituation und in Niederlagen nicht verlieren, sondern einen neuen Weg finden.
Lesen Sie mehr: “8 Schritte beim Umgang mit einer Krise”
Günther, www.inunsererstrasse.de
Bild: Der Arzt, pixelio.de
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