Diese Frage hat uns bewegt, als ich letzte Woche mit einem Freund über seine Probleme sprach. Wie bekommen wir Frieden? Wie gibt Gott uns einen Arbeitsplatz, eine bessere Beziehung zu unserem Partner und körperliche Heilung? Wie bekommen wir es konkret? Was ist unser Handlungsanteil dabei?
Diese Fragen bewegten uns. Mein Freund erzählte von einer Predigtkassette, in der der Prediger sehr überzeugend anhand der Bibel nachwies, dass Jesus am Kreuz schon alles für uns getan hat. Dort hat er nicht nur für unsere Sünden gelitten, sondern auch unsere Armut und unsere Krankheit besiegt. Alles steht schon bereit für den der glaubt. Wer glaubt, dass es jetzt zur Verfügung steht, wird den Frieden und die Heilung jetzt erleben können.
Grundsätzlich fand ich ich diesen Ansatz in der Predigtkassette richtig. Doch meinem Freund ging es nicht gut. Er konnte gerade gar nicht wie ein Held glauben. Er war mitten im Unfrieden mit seiner Situation. Die Richtigkeit der Aussagen der Predigtkassette brachten ihn nur noch mehr unter Druck!
“Ok, meine Probleme drücken mich mächtig nieder. Aber durch Jesus ist die Lösung ja vor Augen. Jesus hat alles bereitgestellt. - Tja, und ich, ja ich Versager, bin noch nicht einmal fähig, es mir zu nehmen.”
So oder so ähnlich wäre sein Reden gewesen, wenn er seine Gedanken ausgesprochen hätte. Was also tun in einer solchen Situation? In Hebräer 4 steht, dass wir fleißig in das Wort Gottes gehen sollen, damit wir Gottes Frieden erleben. Glauben kommt aus der Predigt und aus dem Bekennen des Wortes. Natürlich war uns beiden klar, dass dies der Weg ist, um Glauben aufzubauen. - Und Glauben räumt Berge aus dem Weg.
Doch ich wollte es genauer von meinem Freund wissen. Wie kommt dieser Friede, wie kommt Arbeit oder der Ausgleich von Schulden durch Gott konkret? In meiner Phantasie konnte ich mir es einfach nicht wirklich vorstellen, dass es so ganz ohne Menschen gehen soll. Unglaube oder Realismus? Ich denke weder noch. Selbst wenn einem jemand eine größere Summe Geld schenken will, weil Gott es ihm gezeigt hat, dann macht dieser Mensch praktische Schritte. Er ist im Gebet, um Gottes Stimme zu hören. Er geht zur Bank, um eine Überweisung zu machen …
Aber auch mein Freund liess nicht locker. Seine Frage war:
“Soll ich jetzt gar nichts machen und einfach mehr vertrauen oder was muss ich machen? Jeden, den ich frage gibt mir eine andere Antwort. Je mehr “christliche” Meinungen ich höre, desto verwirrter werde ich, was nun dran ist.”
Meine spontane Antwort war:
“Beides! Ich denke, dass Gott weder Passivität noch Aktionismus von uns will. Es kommt eben nur darauf an, an der richtigen Stelle die eigene Kraft an Gott abzugeben und an anderen Stellen selbst zu handeln.”
Innerlich wurde mir an dieser Stelle des Gespräches bewußt, dass wir damit wieder beim Anfang unserer Diskussion angelangt waren, ohne einen entscheidenen Schritt vorangekommen zu sein. Was ist nun genau unser Handlungsanteil und wie und wodurch wirkt Gott dann konkret. Wie bekommen wir die geistliche und himmlische Realität in unser irdisches Leben?
Wenn ich gerade noch einmal so über das Gespräch nachdenke, kommt mir das Bild “Spuren im Sand” in den Sinn. Vielleicht kann man die Antworten dieser Fragen oft erst im Rückblick oder anhand einer konkreten Lebenserfahrung erkennen. Mir geht es auf jeden Fall so. Es gab über die Jahre ein paar Schlüsselerlebnisse, in denen ich schön erkennen konnte, wie die himmlische Realität und mein menschlisches Zutun harmonisch zusammengewirkt haben.
Was denkt ihr zu diesen Fragen? Habt ihr Erlebnisse anhand der ihr den Cafe Inmeinerstrasse-Lesern verdeutlichen könnt, was unser Handlungsanteil ist und wie Gott in unsere irdische Existenz hineinwirkt? Ich freue mich über jedes Feedback.
Günther, Cafe Inmeinerstrasse.
Bild 1: Pauline, Bild 2 Höller; © pixelio.de
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